während der außenminister in israel ist, versucht der bak shalom sein israelbild auszudifferenzieren. hierbei geht es vor allem um den punkt der förderung der säkularisierung, für die die linke eintreten sollte. warum linke aus deutschland – egal ob israelsolidarisch oder nicht – nichts zu innerisraelischen diskursen zu sagen haben, macht der contra-artikel deutlich, ebenfalls aus dem hause bak shalom. die diskussion auf einer art meta-ebene ist durchaus interessant und sollte zum nachdenken anregen. hier geht es zu den beiträgen.
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der bak shalom bietet im november mehrere veranstaltungen im rahmen der aktionswochen gegen antisemitismus an, die von der amadeu-antonio-stiftung initiiert wurde. an dieser stelle kann man auch fan derer auf facebook werden.
… versucht carlo strenger zu erklären. unter historischen aspekten leitet er vom 30-jährigen krieg über zur aufklärung, um die durch religiösen wahn begründeten kriege aufzuzeigen. die frage der trennung von politik und religion spielt für eine friedenslösung in nahost eine entscheidende rolle, der streit bspw. um den tempelberg zeigt dies deutlich. zugleich stellt strenger die entwicklung der jüd. orthodoxen macht in israelischer politik dar, die sich beträchtlich auf das leben nichtreligiöser juden israels auswirkt. ein beispiel dürfte hier das fehlen der zivilehe sein, noch gravierender das fehlen einer verfassung. pünktlich zu yom kippur kann sich der/die leser/in eines interessaten inputs zum innerisraelsichen diskurs bezüglich der religiösität erfreuen, der allerdings die vielen probleme muslimischer gesellschaften nicht vergisst und ebenfalls anspricht.
und hier nun der artikel: Why Israel must become a secular state: a thought for Yom Kippur 5770

kaum zurück aus israel, schon bin ich augenzeuge einer antisemitischen hassdemonstration, die an skandalösität nicht übertreffbar ist. hitlergrüße streckten die islamisten den mitgliedern der jüdischen gemeinde zu berlin samt der gegendemonstrant_innen entgegen, von der polizei geduldet. stattdessen ein verbot hebräischer sprache auf berliner plätzen. statt das engagment gegen antisemitismus zu unterstützen, machte sich die berliner polizei zu handlangern der islamisten. mir fehlen die worte. ein artikel auf lizas welt fasst das unbegreifliche zusammen.
Am 13. und 14. März 1943 erfolgte die letzte Liquidierung des Krakauer Gettos. An diesen beiden Tagen wurden 8000 Jüdinnen und Juden in das Konzentrationslager Kraków-Płaszów verschleppt und dort ermordet.
Anlässlich dieses Ereignisses fand am Sonntag den 15. März das 66-jährige Gedenken statt. Ort war der Plac Bohaterów Getta (Platz der Helden des Gettos). Auf diesem Platz wurden während der Zeit der Okkupation Appelle abgehalten, Selektionen und Erschießungen durchgeführt. Im Jahre 2005 wurde der Platz von zwei polnischen Architekten neu gestaltet. Ca. 70 bronzene Stühle stehen in untereinander gleichmäßigen Abständen auf dem Platz verteilt. Die Symbolik geht auf Erinnerungen eines Zeitzeugen zurück, der das Krakauer Getto kurz nach der endgültigen Liquidation als einen toten leeren Ort erlebte. Die Menschen wurden von den Nazis verschleppt und ermordet, zurück blieb ihre Habe, ihr Möbiliar. Zugleich deuten die Stühle aber auch auf Leere und das Fehlende hin. Daniel Libeskind schöpfte dafür den Begriff void (Zum Weiterlesen: http://www.inforiot.de/material/remember.pdf, S. 39). Die Fragen, die in diesem Kontext aufgeworfen werden: Wer fehlt hier, wer weilt aufgrund der geschichtlichen Ereignisse gerade nicht unter uns?

Der israelische Botschafter in Polen sprach dieses Thema an. Was wäre passiert, hätte es den jüdischen Staat schon 20 Jahre eher gegeben? Außerdem redeten noch Politiker der Stadt Kraków, die ich aber sprachlich nicht so gut verstand, alsdass ich an dieser Stelle den Inhalt ihrer Rede genau wiedergeben kann. Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung vom Chor der jüdischen Gemeinde in Kraków. Vor dem Krieg lebten in Kraków ca. 60.000 Jüdinnen und Juden, heute umfasst die Gemeinde ein paar hundert Mitglieder.
Nach der Kundgebung setzten sich die Besucher der Gedenkveranstaltung in Bewegung, vom Platz der Helden des Gettos zum Denkmal der ermordeten Juden im Konzentrationslager Płaszów. Erschreckend war, welchen Stellenwert die Stadtverwaltung dem Gedenkzug einräumte. Obwohl ca. 600 Menschen teilnehmen, wurde die Gedenkzug von nur ein paar wenigen Polizisten begleitet. Als am Rande des Zuges polnische Skindheads „Polska biało-czerwoni!!“ grölten, fühlte sich die Polizei anscheinend nicht genötigt einzugreifen. Damit wir auch ja nicht den Straßenverkehr Krakóws beeinträchtigen, war der Fußgängerweg für den Gedenkzug vorgesehen.
Die Abschlusskundgebung fand dann in Płaszów statt. Dort steht heute neben dem monumentalen Gedenkstein aus sozialistischen Zeiten ein neuer. Die Inschrift des Mahnmals trägt deutlich Züge einer antifaschistisch-sowjetischen Geschichtinterpretation. Gedacht wird dort den „Märtyrern“ des von „Hitler durchgeführten Völkermordes“ (sinngemäße Übersetzung). Jüd_nnen und die Kollektivschuld der Deutschen kommen hier nicht vor – void.
warum denkt sich jemand, sie/er müsse aus ihrem/seinem zimmer einen club machen? dafür gibt es nur einen grund, nämlich ein wochenende gezwungener maßen nicht wie gewohnt in tel aviv zu verbringen und statt dessen einen film zu schieben, wie cool es nicht wäre, die party zu sich nach hause zu holen. aus langeweile entsteht dann ein flyer und dazu jede menge ideen: vodkarutsche, aufkleber, gratiseintritt für leute, die drogen mithaben, irgenein schönes motto, schwarzlichtshow und was weiß ich nicht alles.
problem ist dann nur, dass das haus einsturzgefährdet ist und keine technik da ist. außerdem gibt es ja noch eine menge mitbewohner_innen, die doch noch ein wörtchen mitzureden haben. nichtsdestotrotz fand die party statt – und es wurde ein pures abenteuer. die anlage kam von freund_innen aus tel aviv angefahren, der beamer für die effekte wurde uns versprochen, aber verbummelt (!!!) und als ersatz musste dann schwarzlicht und papierschnipsel herhalten, was aber saucool war. bei höhepunkten wurden die in die luft geworfen, wer hätte gedacht, dass so etwas billiges so viel fun machen kann.
zu einer guten party gehört natürlich auch gute werbung. myspace und facebook taten ihr bestes. ein karem wurde dazu noch von unseren schönen aufklebern zugeklebt, die noch hoffentlich einige vologenerationen überdauern.
tatsächlich sind auch echt leute gekommen, die sie in den 17er bussen gesehen haben. die 17 – mein gott – ja ein bus. oder bass?
jedenfalls kamen wir auf die gute idee, der party doch auch ein schönes motto zu geben. „feiern bis der 17er bus kommt“ war auf hebräisch zu lesen. bei der seltenheit und der wartedauer an der haltestelle, werden die sticker sicherlich einigen menschen aufgefallen sein. beliebt waren sie jedenfalls, aus den händen wurden sie uns gerissen. natürlich alles nur wegen gorbatschowa, da wir die designidee zu 100% kopierten. sorry, aber es ist ein lob…..
gebastelt wurde auch viel, ein shas plakat wurde umgeschrieben. „rente für alle arbeitenden“ wurde zu „bus 17 für alle arbeitenden“. aus dem hebräischen „yes we can“ wurde „yes autobus 17 can“, natürlich mit rechtschreibfehlern….. großer schock dann, als auf unserer party ein orthodoxen-paar aufkreuzte, keine ahnung, ob unsere shasverunstaltung ihnen auffiel; schnuppe. außerdem ist kenny larkin viel cooler als die.
die party ging gut los, die musik lief. eine aufgabenverteilung gab es nicht. ich war zu besoffen, mir war alles egal, ich wollte spaß. auch wenn ich hauptorgamensch war; egal. zum ersten mal war ich dj und es war ein großartiges gefühl oben auf dem selbstgebauten spaceship zu stehen und die musik zu machen, die menschen tanzen zu sehen unter unseren sternenhimmel. krass, mein zimmer war tanzfläche, totaler rausch, einfach nur noch lachen. ich konnte das alles nicht fassen. sollte mein zimmer das sprungbrett zur israelischen clubszene sein? nicht als konsument, sondern als dealer? kurzzeitig schien es mir so, was aber auch an meinem rausch lag. alles war amateurhaft und zugleich professionell, zumindest der anstrich und der reichte für den abend.
nicht nur volontäre kamen, auch israelis – die „dorfjugend“ ein karems, ich könnte sie auch die vorstadtkinder jerusalems nennen. gratisvodka.
daniel steinberg, dusty kid und zu meinem eigenen erschrecken sogar egotronic, dann m.i.a., der abwechsel zum eigentlichen dj stand kurz bevor, da roch es aus dem verstärker nach plastik. natürlich kann das nichts schlimmes sein, also einfach musik lauter drehen. kurz darauf war es still. die sicherung der anlage war nicht durchgebrannt, denn die wurde schon vorher überbrückt. also musste die anlage durchgebrannt sein. das war viel zu früh und der 17. bus stand noch im depot. partyende? irgendwie schon; dummerweise hatte ich die verantwortung über die technik, die party sollte also nicht das sprungbrett werden, sondern eine schuldenfalle…… wer bezahlte eigentlich überhaupt eintritt???
da gibt es nur noch eine lösung: noch mehr alkohol.
irgendwann hat dann die ein karem youth einen verstärker und neue boxen angeschafft, die party konnte erstmal weitergehen, bis auch sie von dannen zogen, auch viel zu früh. dann gab es noch eine schlägerei und schlussendlich war es das ende. nicht nur der party, sondern von allem: schulden, scheiß party, alle unzufrieden. wo ist eigentlich ’schland, wenn man mal schnell aus israel flüchten muss?
egal. schlafen. arbeit schwänzen. aufstehen. putzen, irgendwie, irgednwas. aufeinmal funzt die anlage wieder und alles ist gut.
war das letzte nacht wirklich spielgeld auf dem boden? restalkohol. auf geht’s, scheiß auf saubermachen, tel aviv wartet.
party in tel aviv fällt aber ins wasser, weil „i met someone else“, aber ist auch gut – und irgendwie süß. jedenfalls: boa.
dennoch gibt es ein happy.end, wie immer. natürlich war es kein spielgeld auf dem boden, sondern unsere parteyeinnahmen im wert von 700 shekel. auf dem geld haben wir getanzt und gekotzt. wenn das nicht für die party spricht. das haus steht. und: connection gibt es auch und zwar zu den wahren profies. purim wird also nicht nur zur party, sondern auch zur lehrstunde. ich werde meine mentoren kennen lernen, solche leute, die sich einkaufcenter mieten und mit grafikschulen dort alles aufpimpen. der bass club jerusalem macht dann die musik/den rest. es wird ein fest, genauso wie jetzt gleich. der partyzionism ist noch nicht verloren////**.
aus aktuellem anlass doch mal die frage, warum bei antideutschen demos keine bahamas-flaggen getragen werden?? ansonsten an dieser stelle doch die bitte, dass diese pressezensur bei blogsport so schnell wie möglich aufgehoben wird. nein lysis, das ist nicht lustig, wirklich nicht.
… über perspektiven einer israelsolidarischen positionierung in der linken – meines erachtens sehr lesenswert. deshalb hier der link: „Wo dein Platz, Genosse, ist (I)“
Der Wiener Politikwissenschaftler Stephan Grigat brachte es auf den Punkt: „Was auch immer Israel tut, es ist und bleibt in den Augen großer Teile der Weltöffentlichkeit Schuld an Elend und Zerstörung in der Region. Halten sich die israelische Armee und jüdisch-israelische Siedler im Gaza-Streifen auf, gelten sie als Besatzungsmacht. Ziehen sie sich zurück, errichten sie ‚das größte Gefängnis der Welt’. Reagiert Israel auf die permanenten Angriffe aus dem Gaza-Streifen mit Sanktionen oder wie jetzt mit Gegenschlägen, dreht es an der ‚Gewaltspirale’, reagiert ‚unverhältnismäßig’ oder setzt seine ‚Auslöschungspolitik’ fort. Nimmt es den andauernden Raketenbeschuss tatenlos hin, wird das ‚zionistische Regime’ in arabischen und iranischen Zeitungen als ‚zahnloser Papiertiger’ verhöhnt, der nicht mal seine eigene Bevölkerung schützen könne.“
so steht es auf der achse des guten bzw. auf lizaz welt. unterdessen hat auch der bak shalom eine erklärung zur operation rausgegeben, abgerundet mit einer neuen stickerreihe (siehe pic) und einer presseerklärung zu den antisemitischen demonstrationen gegen israel.
israel betreibt ja gerne völkermord an den palästinensern. seltsam ist dabei nur, dass israel das mir einzige bekannte land ist, dass seinen feinden vorher noch sagt, dass sie beschossen werden. wie diese dann mit solchen vorwarnungen umgehen, kann man hier gut lesen:
Beim Angriff auf das Haus Rajans folgten die Hausbewohner nicht den telefonischen Vorwarnungen der israelischen Armee. Bei dem Angriff wurden vier Frauen Rajans und über elf Kinder getötet. Israel hat in den vergangenen Tagen vor dem Beschuss von militärischen Zielen in Wohngebieten Anwohner über SMS oder automatische Anrufe gewarnt, die den Codenamen „Aufs Dach klopfen“ haben. Die Hamas rief dagegen zur Aktion „Aufs Dach steigen“ auf, und tatsächlich stieg die Familie Nisar Rajans auf das Dach ihres Hauses, statt zu flüchten. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Israelis schießen, wenn Kinder im Hause sind“, erklärte einer der älteren Söhne Rajans am Freitag im Fernsehsender al-Arabija.
und noch was zum völkermordvorwurf: wie kann man überhaupt von völkermprd reden, hat sich doch die population der palästinenser seit 48 vervierfacht?



