„‘Mal schauen, was so alles passiert‘, und ob wir in Israel eigentlich noch Bock darauf haben, alles in einen PC einzutippen.“, meinten matthieu und ich noch im sommer kurz bevor es nach israel ging. Sicherlich war es für die einen oder anderen interessant so zu sehen, was alles während unserer reise passiert, aber kurz vor unserem rückflug nach deutschland fehlte uns die lust das erlebte niederzuschreiben. Deshalb passierte hier lange nichts. Und als wir dann zurück waren gab es weit wichtigeres zu tun, als sich der vergangenen reise bzw. des blogs zu widmen. Der eine flog gleich weiter in die usa, der andere musste zur schule. Die abenteuerlichen reisegeschichten des matthieu und grejpfrut schienen ein ende genommen zu haben – in eilat. Aber das wird sich heute ändern – rund 3 monate nach dem rückflug. Hier kommt er also – der abschlussbericht – auf den ihr so lange gewartet habt:
Ehrlich gesagt, der alltag hat mich wieder, absolut. Nicht gerade verwunderlich. Bevor es aber zu den „abschließenden betrachtungen“ kommt, noch die groben und wichtigesten sachen, die wir in der letzten woche erlebt haben. Ich werde versuchen mein gedächtnis auf hochtouren zu bringen.
Die letzte Woche
In eilat wurde die nacht zum tag, im wahresten sinne des wortes. Ein Zurück zum normalen tagesablauf war überhaupt nicht möglich, so war es kein wunder, dass wir die nacht einfach durchgemacht haben und statt morgens um 10 uhr pennen zu gehen, uns in den egged-bus nach jerusalem setzten. Von dort aus ging es gleich weiter nach tel aviv. Hier lebten wir – ich will es kurz machen – in einer wg von volontären. Sie kamen aus den usa, finnland und deutschland. Ein volontär war ziemlich komisch. Eines abends telefonierte er mit seiner mutter, welche ihm sagte, dass sie jüdisch sei. Das besondere an der sache war bloß, dass er, mittlerweile so 20 jahre, davon nichts wusste. Und nun war es selber ein teil des jüdische volks. Ziemlich komische situation. Durchaus möglich, dass das für ihn eine ziemlich krasse situation war, die sein leben vielleicht auch ändern könnte. Naja, und ich war dabei. Aber ich dachte mir nur: „wow, wie kann man so strange sein und das erst mit 20 rausbekommen. Unglaublich der depp, sowas weiß man doch!“ nun gut, soviel dazu.
Eines abends ging es zum beer-festival. Kostenloser eintritt, mehrere bühnen, alles direkt am strand und jede menge bierstände. Das ganze ding wurde gesponsort von diversen bierfirmen, u.a. auch paulaner. Dessen stand war ziemlich lustig, alles bayrisch, selbst die israelis rannten mit bayrischen trachten herum und im hintergrund kam bob marley mucke. Und nicht zu vergessen waren die flyer für das oktoberfest… sonst verlief die ancht ganz chillig.
Tel aviv ist ganz nett, eine spaziergang über die promenade kann ich nur empfehlen. Besonders der ausblick von jaffa nach tel aviv ist fabelhaft, besonders wenn sich das sonnenrot an den häusern spiegelt. Die ganze situation war schon etwas geprägt vom nahen abschied, immerhin aß ich zu diesem zeitpunkt das letzte mal falafel. Mittlerweile lässt mich das aber kalt, es ist schon zu lange her.
Nach tel aviv ging’s nochmal kurz ins arabische kafar kara und ins jüdische katzir, eigentlich nur, um sich nochmal zu verabschieden. Sonst ist das alles nichts der rede wert, außer caesarea, eine antike hafenanlage mit theater, die wir noch besuchten. Hier habe ich auch das krasseste bild der reise gemacht: ein superschöner sonnenuntergang mit palmen davor. Die sehen durch den schatten umso krasser aus. Im hintergrund lief mal wieder bob marley. Überhaupt, der war in israel überall zu hören. Und wenn er nicht im radio kam, dann auf dem handy. Zu caesarea ist zu sagen, dass manche antiken gebäude heute einfach weiter benutzt werden. So kann man in manchen gemäuern souvenirs kaufen oder kaffee trinken. Kommt eigentlich ganz cool.
Naja, aber dann kam der abschied. Das war sehr schmerzhaft, wirklich. Und nun bin ich wieder hier. Der flug ging um 7 uhr morgens und so um 17 uhr war in frankfurt/o. Und am abend gab es gleich eine abschiedsparty, denn ein guter kumpel ging für ein jahr nach israel, fsj. Irgendwie komisch, ich komme gerade zurück und jemand anderes fliegt los.
Auf alle fälle bleibt hier festzustellen, dass mir israel um einiges vertrauter vorkommt. Irgendwie schon wie nachbarschaft, ehrlich. Als ich in köln-bonn landete habe ich mir erstmal flugtickets für dezember/januar gekauft. Dann werde ich wieder in israel sein. In fast einem monat bin ich schon wieder „unten“, aber dieser krasse reiz ist weg. Ich meine das nicht mal negativ, denn von diesem land kann ich noch immer nicht genug bekommen. Es ist nur so, dass es für mich auch nichts besonderes ist nach berlin oder hamburg zu fahren. Und immerhin: ich war jetzt schon öfter in israel als in hamburg. Durch die ganzen heutigen möglichkeiten ist es eben nur ein katzensprung nach israel – und natürlich eine frage des geldes und der zeit, aber sonst….
Zukunftsaussichten?
naja, die ansprüche des blogs sind wohl nicht gehalten worden. politisch wurde es hier nicht, aber vielleicht ab und an mal amüsant. Und vielleicht hat ja jetzt wirklich jemand bock auf israel. Dann ist ja schonmal was geschafft. Immerhin: ich kann nicht oft genug feststellen, wie interessant dieses land ist. Und das erste mal ist am besten, was nicht heißt, dass es danach umso schlechter wird.
Was jetzt bleibt? So richtig kann ich es nach diesen drei monaten noch nicht sagen. Irgendwie ist mein kopf gerade ziemlich leer, ich will hier auch nicht unbedingt ins superprivate abschweifen. Aber der blog hier bleibt bestehen und wird vieleicht sogar weitergeführt. Immerhin war das nicht mein letzter aufenthalt in israel. Das konzept wird sich natürlich etwas ändern (ja, richtig: konzept, das ding hat einen plan!). Im dezember kommt besuch aus israel, vielleicht schreibe ich was dazu. Ende dezember geht’s – wie schon erwähnt – wieder in den nahen osten. Tja, und mal schauen was sonst noch alles passieren wird. Man weiß ja nie. Mal schauen, ich bin selber gespannt.
Ansonsten noch ein schönes dankeschön an plastikstuhl, uglydresden und lilapapierschwein fürs nette verfolgen unserer reise. Dann sei hier noch die [Gruppe ISKRA] erwähnt. Ein besuch auf ihren seiten lohnt sich. Und nicht zu vergessen ist der BAK Shalom, der die ganzen antisemitenpenner aus der neuen linken (diese partei da) rauskicken will, ein gutes anliegen wie ich finde.
Tja, und damit verabschiede ich mich erstmal für den augenblick. Ja, ein wenig komisch ist es schon, dass das am 21. november ist, wo ich doch meinen ersten blogeintrag am 28. juni geschrieben habe, aber jetzt ist es soweit. Ein paar bilder kommen jetzt auch noch rauf, wie es matthieu und ich immer versprochen haben. Versüßt euch den alltag!
P.s.: Und beste grüße von matthieu, der sicherlich ganz stolz darauf ist, dass es nun doch noch einen abschlussbericht gibt. tusch-tata!

